Geschichte

ZUR GESCHICHTE GRIECHENLANDS, DES ANTIKEN ACHAIA UND DER REGION AEGION - AIGEIRA - HELIKE

Achaia

Ein kurzer historischer Abriss der Geschichte Griechenlands (Peloponnes)

Nach den Menschen der Altsteinzeit kamen die ersten neolithischen Einwanderer nach Griechenland, sie brachten Ackerbau und Keramik ins Land. Jungsteinzeitliche Siedlungen sind u.a. bei Lerna auf der Peloponnes gefunden worden. Frueheste Siedlungen in Thessalien lassen sich mittels Radiokarbonuntersuchungen auf das 7 Jahrtausend v. Chr. datieren. Ist das richtig, so hat das Neolithikum in Griechenland mehr als 3000 Jahre gedauert. Die Bronzezeit wird geographisch in die Helladische Bronzezeit ( Kuluren des Festlands), in die Kykladische Bronzezeit ( Kulturen der aegaeischen Inseln ausser Kreta) und die Minoische ( Kultur auf Kreta) eingeteilt. In allen drei Regionen und Kulturen dauerte die Mittlere Bronzezeit von etwa 2000 bis um 1550 v. Chr. und die Spaete Bronzezeit von ungefaehr 1550 bis ungefaehr 1100 v. Chr., als die Eisenzeit in Griechenland begann. Die mittelhelladischen Menschen ( 2000 bis 1500 v.Chr.) waren kriegerisch, wie die Befestigungen u.a. in Mykene beweisen. Diese Staedte waren zwar wohlhabend, keine aber hatte die Kultur, wie sie auf Kreta die mittelminoischen Menschen kannten, obwohl Lerna auf der Peloponnes bereits Handel mit Kreta betrieben hatte.

Mykene

Ploetzlich, um 1600 v.Chr. uebernahm Mykene die kretische Kultur. Den von Heinrich Schliemann entdeckten Schachtgraebern in Mykene ging nichts aehnliches voraus, sie lassen vermuten, dass sich hier eine neue Dynastie niedergelassen hatte, welche die einheimische Bevoelkerung beherrschte. Menschen, die der kretischen Kultur viel zu verdanken hatten, selbst aber keine Kreter waren. Wer aber waren sie ?

Die griechische Ueberlieferung nennt zwei Voelker, die Danaer und die Achaier. Wenn er Griechen meinte, benutzte Homer sowohl "danoi" als auch "achaioi". Die Danaer waren die aelteren Herrscher in Mykene, laut Ueberlieferung kam Danaos als Fluechtling aus Aegypten und machte sich zum Koenig der Argos. Seine Dynastie herrschte in Mykene bis sie nach mehreren Generationen von Eurystheus abgeloest wurde, denen wiederum die Soehne des Pelops folgten, welche ihr achaisches Gefolge mitbrachten. Heute kann man annehmen, dass die mykenische Kultur aus Kreta auf die Peloponnes kam, denn sie war strak von der minoischen Kultur beeinflusst.. Vielleicht gab es nach dem verheerenden Vulkan-Ausbruch auf Santorini ( ca. 1450 v.C.) eine Auswanderungswelle von den Kykladen aufs Festland, es waere naheliegend.

Um 1300 v.Chr. war Mykene die wohlhabenste aller griechischen Staedte,

keine andere Stadt kam ihr gleich - der Staerke der Befestigungen, der Pracht der Bienenkorbgraeber, der Groesse und dem Prunk seiner Palaeste. Nicht einmal Theben, der Ueberlieferung nach Sitz einer zweiten, aus dem Nahen Osten eingewanderten, Dynastie, der Kadmeier, war Mykene ebenbuertig. Der damalige Koenig von Mykene war mit Sicherheit auch oberster Lehnsherr uber die Fuersten der Argos und weiterer Teile Griechenlands und bereits ebenso maechtig wie spaeter Agamemnon, den Homer "hoechst koeniglich" und "Herr von ganz Argos und vielen Inseln" nennt.

Keilschrifttexte, die in Hattusas, der Hauptstadt der Hethiter in Kleinasien ( der heutigen Tuerkei ) gefunden wurden, belegen diese Annahme. Der Koenig der Hethiter spricht darauf den Koenig von Mykene mit " mein Bruder" an, eine Anrede, welche in der damaligen Diplomatensprache eindeutig auf einen gleichgestellten Koenig hinweist. Der Koenig von Mykene nahm also im 1300 Jahrhundert v. Chr. eine gleichrangige Position mit den Koenigen von Babylon, Aegypten und Assyrien ein und war auch bereits persoenlich in Kleinasien anwesend gewesen.

Im sogenannten "dunklen Zeitalter" nach dem Trojanischen Krieg (1184 v. Chr.) und dem Einfall der Dorier und der Rueckkehr der Herakliden kann Mykene dennoch seine Unabhaengigkeit bewahren. Homer nennt die Stadt Mykene die "goldreiche" - "mit breiten Strassen" und "die wohlgebaute Stadt", gelegen "in einem Winkel des rosseernaehrenden Argos". Die Mykener sind auch bei der Schlacht an den Thermophylen ( 480 v. Chr.) gegen die Perser beteiligt. Mit der Nachhut der 300 Spartaner unter ihrem Feldherrn Leonidas fallen dort auch 80 Mykener.

Die Argiver auf der Argolis , welche neutral geblieben waren, beneideten die Mykener um ihren erworbenen Ruhm und befuerchteten , das starke Mykene koenne wieder die gesamte Argolis unter seine Herrschaft bringen. Also belagerten sie Mykene, um es schliesslich 466 v.Chr. vollstaendig zu zerstoeren. Ein halbes Jahrhundert spaeter besucht Thukydides, der Chronist des Peloponnesischen Krieges, die Staette, aber er findet die Stadt nicht mehr.

Strabo klagt: " Die Stadt Mykene ist jetzt nicht mehr vorhanden".

Mykene wie es Schliemann fand

Strabo scheint aber niemals dort gewesen zu sein, denn Pausanias, der ueber 500 Jahre spaeter Mykene besucht, findet und beschreibt unter anderem in Mykene das Loewentor, die Zitadelle und die Graeber des Atreus und der von Aegisthus ermordeten Gefaehrten Agamemnons, das Grab Agamemnons, das Grab der Kassandra und ihrer Soehne, das Grab Elektras, das Grab der Klytaemnestra und das Grab des Aegisthus (Pausanias II - 16). Er beschreibt die Lage der beiden letztgenannten Graeber als " ein wenig entfernt von der Mauer, denn sie (Aegisthus und Klytaemnestra) wurden fuer unwuerdig gehalten, im Innern begraben zu werden, wo Agamemnon und seine mit ihm ermordeten Gefaehrten ruhten".

Lesen Sie die Entdeckung und Ausgrabung Mykenes von Heinrich Schliemann online:

https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/schliemann1878

Die Belagerung von Troja

Ueber die wahren Ursachen des Krieges wissen wir relativ wenig. Homers Schilderung laesst sich in der Ilias nachlesen , ("Ilias" deshalb, weil das Land um Troja " Ilion " hiess). Der einleuchtende Grund fuer den Krieg war wohl strategischer Natur. Der hethitische Koenig hatte im westlichen Kleinasien ein maechtiges Buendnis von Voelkerschaften zerschlagen, zu welchem auch Troja und Ilion gehoert hatten. Als die Hethiter dort wegen innenpolitischer Kaempfe ihre Streitmacht abziehen mussten, ergriff Mykene die Gelegenheit, sich dort fruchtbare Gebiete fuer eine Kolonialisierung zu sichern. Nun musste aber jede Macht, welche die Herrschaft ueber Kleinasien anstrebte, sich zuallererst die Dardanellen sichern, und das hiess, die Festung Troja zu erobern. Das war der wahrscheinlich wichtigste Grund, weshalb Agamemnon Troja angriff. Die Belagerung erwies sich jedoch als langwierig und zerrieb die griechischen Kraefte zusehends. Wenn auch die Festung Troja schliesslich nach mehr als einem blutigen Jahrzehnt fiel, war dieser bittere Sieg auch der erste Schritt der Achaier ins Verderben.

Heinrich Schliemanns Berichte zu Troja online:

https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/schliemann1874a

https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/schliemann1875

https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/schliemann1881a

https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/schliemann1881b

https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/schliemann1884


Homers Schilderung der Ereignisse als geschichtliche Quelle

Im zweiten Gesang der Ilias zaehlt Homer in seinem " Schiffskatalog" alle Staedte auf, welche Schiffe nach Troja entsandten. Dazu zaehlten auch die Staedte Aegion und Helike. Es ist ein wichtiges Dokument der mykenischen politischen Geographie, das vom Trojanischen Krieg ( 1184 v. Chr.) bis in die Zeiten Homers ( 8. Jahrhundert v. Chr.) muendlich weitergegeben wurde.

Alle wichtigen damaligen mykenischen Orte werden genannt: Mykene, Tyrins, Orchomenos, Iolkos, Spartaund das Pylos des Nestor. Dieses Verzeichnis zeigt, dass Agamemnons Oberherrschaft zwar ins noerdliche Griechenland reichte, nicht aber Epirus einschloss. Auch Athen und Boiotien entsandten Schiffe. Ithaka und die benachbarten Inseln im Nordwesten Griechenlands erkannten Agamemnons Herrschaft ebenso an wie Kreta, Rhodos und Kos. Soweit nachpruefbar, beziehen sich Homers Aufzeichnungen ueber die Achaier und die Verbuendeten Trojas auf die besonderen Verhaeltnisse des 13. Jahrhunderts, in andere Epochen liessen sich diese Buendnisse gar nicht einordnen.

Delphi

Im 12. Jahrhundert v. Chr. wurde die Feudalordnung der Achaier von feindlichen Einfaellen (Dorier) hinweggefegt, deren Wirkung dermassen katastrophal war, dass Griechenland vier Jahrhunderte brauchte, um sich wieder ganz davon zu erholen.

Die Muehen und Tragoedien des Trojanischen Krieges hatten die Mykener bis ueber die Grenzen belastet, und eine lange Periode der Verwirrung und Aufloesung zur Folge gehabt, die in der griechischen Ueberlieferung bis zu Homer fortlebte.

Einige wenige Helden, so hiess es, seien sofort nach der Schlacht von Troja heimgekehrt, andere aber in jahrelangen Irrfahrten durchs Mittelmeer gesegelt. Die beruehmteste unter diesen Irrfahrten ("nostoi" genannt) war die des Odysseus, wie sie Homer in der Odyssee unsterblich gemacht hat. Dass diese Irrfahrten versprengter Krieger und Helden keineswegs eine dichterische Fantasie darstellen belegen die vielen dokumentierten Ueberfaelle von Seepiraten im damaligen Mittelmeeraum.

Die Aegypter wehren einen Angriff von "Achaiern" von See ab und erst Ramses III gelingt es 1180 v.Chr. nur knapp, einen konzentrierten Angriff der Seevoelker niederzuschlagen. Viele Achaier fliehen in dieser unruhigen Zeit ( Einfall der Dorier aus dem Norden ) nach Zypern oder ziehen sich in die schuetzenden Berge Arkadiens zurueck. Diese Notsituation in ihrem Heimatland erklaert sicherlich auch die vielbesungenen jahrelangen "Irrfahrten" der Krieger durchs Mittelmeer, denn dieses Leben muss ihnen verheissungsvoller erschienen sein als in der kargen, landarmen Heimat einem uebermaechtigen Feind zu erliegen.

Diese Armut an fruchtbarem Land war es, die die Griechen zu Kolonialisierungen in den Osten oder nach Italien, Sizilien (Magna Graecia) und bis Marsalia (Marseille) getrieben hatte. Das griechische Wort "stenochoria" heisst im Neugriechischen "Traurigkeit", meint aber, genau uebersetzt : "ohne Land" oder "knapp an Land". Es folgte das vier Jahrhunderte waehrende "dunkle Zeitalter" bis in der Epoche Homers mit den ersten OlympischenSpielen (776 v. Chr.) das historische Zeitalter Griechenlands beginnt.

Zur Geschichte Aegions - Aeghialeia

Alle Epochen griechischer Geschichte sind in Aegion und Umgebung reich vertreten. Bedeutende Funde aus Fruehhelladischer Zeit (( 3. Jahrtausend v.Chr.) bestaetigen, dass Aegion bereits seit praehistorischer Zeit bestand. Eine grosse Bluete erfuhr die Stadt Aegion in der Mykenischen Zeit (1550 - 1050 v.Chr.), und zwar in den Jahren (1200-1100 v.Chr.), in denen der trojanische Feldzug stattfand (1184 v.Chr.). Aegion und Helike sind im Schiffskatalog der Staedte erwaehnt, welche unter der Fuehrung Agamemnons den Feldzug gegen Troja unternahmen. Ueberdies traf Agamemnon seine schwere Entscheidung der Ueberlieferung zufolge in Aegion oder im Hafen der Nachbarstadt Helike (Eliki) www.eliki.de , wo er die Herrscher aller griechischen Staedte versammelt hatte. Helike war schon damals beruehmt fuer ihren Poseidon-Kult, spaeter gruendete diese bekannte Stadt eine Kolonie in Sueditalien: das selbstaendige Sybaris . Auch in Homers Ilias (2 - 570 f.) werden Aegion, Helike , Pellene und Aigeira erwaehnt:

"Auch die reiche Korinthos, und schoengebaute Kleonae + auch die Orneia bestellt ,und Araethyreens Aecker + Sykion auch, wo vordem der Held Adrastos gewaltet + Hyperesia dann, und die Felsenstadt Gonoessa + auch die Pellene gebaut, und Aegion ringsum bestellet + Und die Gestad umher und Helike, gruen von Ebenen + Fuehrt in hundert Schiffen der Voelkerfuerst Agamemnon + ..."

Heinrich Schiemann in unserer Region Aegion 1969:

https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/schliemann1869


Der Achaische Bund

Mitglied der ionischen und spaeter achaischen Dodekapolis (Zwoelfstaedtebund). wurde Aegion in frueher historischer Zeit durch den Zusammenschluss von sieben oder acht Gemeinden zu einer polis (Stadt). In roemischer Zeit verleibte es das Gebiet des benachbarten Rhypes ein, das entweder mit den Ruinen in Koumaris oder Trapeza zu identifizieren ist.

Nachder Zerstoerung von Helike durch das verheerende Erdbeben und Tsunami (373 v. Chr.) wurde Aegion religioeses Zentrum des 1. Achaischen Bundes mit einem Kult fuer Zeus Homarios oder Homagyrios oder Demeter Panachaia. Waehrend des Peloponnesischen Krieges sorgten die Spartaner dafuer, dass sich in der Stadt eine Oligarchie etablierte, damit sie nicht dem Attischen Seebund beitraete. 276 v. Chr. wurde Aegion Mitglied des 2. Achaeischen Bundes. Die Aegier vertreiben die Makedonen und die Burier stuerzen ihren Tyrannen, waehrend der Tyrann von Keryneia notgedrungen freiwillig abdanken muss. Laut Herodot bestand der Bund aus den folgenden Orten: Pellene, Aigeira , Aigai, Bura, Helike, Aegion, Rhypes, Patrai, Pharai, Olenos, Dyme und Tritaia. Pausanias erwaehnt statt Patrai den Ort Keryneia . Sinn des Bundes war :

"alles Planen und Handeln auf ein Ziel ausrichtend; naemlich die Makedoner zu vertreiben, die Alleinherrschaften aufzuloesen und jedem einzelnen die gemeinsame und von den Vaetern ueberkommene Freiheit zu sichern".

Nach dem Tod Alexanders des Grossen ( 323 v.Chr.) und der Aufteilung seines Riesenreiches (Diadochenkaempfe) geriet das damalige gesamte Hellas unter die Herrschaft der makedonischen Statthalter und Antipatros (Enkel des bekannten Feldherrn). Er errichtete Garnisonen an strategisch wichtigen Punkten in Chalkis, Demetrias (nahe dem heutigen Volos) und Corinth. Sie wurden auch "die Fesseln Griechenlands" genannt. Als Gegengewicht schlossen sich die freien Stadtstaaten zu den erwaehnten Staedtebuenden zusammen, naemlich dem Aitolischen Bund im Nordwesten sowie dem Achaischen Bund, welche die groessten Machtbloecke darstellten. Diese Stadtstaaten behielten ihre hervorragende Bedeutung fuer die Kultur und Kunst Griechenlands, lebten doch hier die Kunstler, Dichter und Philosophen des Landes.

"Bei dem allen gaben Sie den deutlichsten Beweis, dass die Staerke der Griechen unwiderstehlich ist, so oft ihr Ordnung, verstaendige Verbindung und ein verstaendiger Anfuehrer zu Teil wird. Denn eben diese Achaier, die in vorigen Zeiten bei dem bluehenden Zustande Griechenlands in gar keine Betrachtung kamen, die auch damals, alle zusammen genommen, nicht die Macht einer einzigen ansehnlichen Stadt aufweisen konnten, wussten durch Klugheit und Eintracht, und dadurch dass sie sich gutwillig und ohne Neid der Fuehrung eines Mannes, der an Tugend der erste war, unterwarfen, nicht nur sich selbst unter so maechtigen Herrschaften und Staaten frei zu erhalten, sondern auch immer viele andere Griechen in Freiheit zu halten und zu beschuetzen. Denn waehrend in frueheren Zeiten viele versucht haben, die Peloponnesier auf ein gemeinsames Interesse hin zusammenzufuehren, keiner aber dies zu erreichen vermocht hat, weil die einzelnen Staaten nicht auf die gemeinsame Freiheit sondern auf die eigene Herrschaft bedacht waren, wurde in unserer Zeit in dieser Richtung ein so bedeutender Fortschritt erzielt, ja eine vollstandige Verwirklichung, dass nicht nur eine Gemeinschaft des Buendnisses und eine Freundschaft bei ihnen entstand, sondern dass sie sogar dieselben Gesetze befolgten, sich der gleichen Gewichte, Masse und Muenzen bedienten, ja sogar nur einen Rat, dieselben Beamten und Richter hatten , kurz, dass der ganze Peloponnes sich nur dadurch von einer einzelnen Stadt unterschied, dass ihre Bewohner nicht von einer Mauer umschlossen waren, in allem uebrigen aber, sowohl im ganzen wie in den einzelnen Staaten, voellige Uebereinstimmung bestand."

Der Chremonideische Krieg gegen die Makedoner unter Antigonos

Von 267 bis 261 v.Chr. tobte der Chremonideische Krieg, (Chremonides war der Verhandlungsfuehrer der Spartaner) der Unabhaengigkeitskrieg der Peloponnesier gegen die Makedoner unter der Fuehrung Spartas, der auch von Ptolemaeus II. von Aegypten unterstuetzt wurde. Antigonos, Koenig von Makedonien (277-239 v. Chr.) , zieht gegen Athen, besetzt Attika ( Athen wurde dort von den Spartanern und der Flotte Ptolemaeus II. unterstuetzt) und schlaegt die Spartaner am Isthmus. 262 muss Athen kapitulieren und geraet wieder unter makedonische Herrschaft, Chremonides geht nach Aegypten in die Verbannung. Im Jahre 260 erleidet Akrotatos, der Sohn des spartanischen Koenigs Araeus eine Niederlage bei Megalopolis und es kommt zum Frieden zwischen Makedonien und Sparta.

Im Jahr 251 v.Chr. kommt es zu einer allgemeinen Erhebung Griechenlands gegen die Makedoner. Arotos befreit die Stadt Sykion von dem makedonischen Tyrannen und gliedert sie in den Achaischen Bund ein. Er wird 245 Stratege des Achaischen Bundes und befreit 243 die Stadt Korinth . Er erobert den gesamten Akrokorinth und gewinnt Korinth als neuen Partner des Achaischen Bundes. Auch Arkadien wird befreit und mit der Hauptstadt Megalopolis der Arkadische Bund geschlossen. 249 kann Arkadien in der Schlacht bei Mantineia seine Unabhaengigkeit gegen Sparta verteidigen.

245 schliesst sich Boeotien dem Aitolischen Bund an und interveniert erstmals auf der Peloponnes fuer Elis und gegen Arkadien. Es kommt zunehmend zu einer Rivalitaet zwischen dem Achaischen Bund und dem Aitolischen Bund. 243 schliessen sich Elis und Messenien sowie ein Teil Arkadiens dem Aitolischen Bund an. Nach dem Anschluss von Korinth, Megara und Troizen wird der Achaische Bund unter dem Strategen Aratos eine ernste Gefahr fuer die Makedoner. Im Jahre 241 schlaegt Aratos bei Pellene die Aitoler und vertreibt sie von der Peloponnes. Nachdem jedoch 240 die Aitoler erneut einen Beutezug in Lakonien durchfuehrten, versucht Aratos vergeblich auch Argos und Athen fuer seinen Bund zu gewinnen.

238 jedoch verbinden sich der Achaische Bund und der Aitolische Bund um zusammen Krieg gegen den gemeinsamen Feind, die Makedoner unter Demetrios II. zu fuehren. 237 dringt Aratos in Attika ein, aber die Makedoner koennen sich behaupten. 234 tritt Megalopolis dem Achaischen Bund bei. Erst 228 gelingt es Aratos Athen zu befreien. 227 werden Argos, Phleios und Hermione Mitglieder des Achaischen Bundes.

Der Kleomenische Krieg gegen Sparta

Sparta unter Kleomenes ist es schliesslich, das durch seine Feindseligkeiten gegen Arkadien und den Achaischen Bund Arotos zu einem Zweckbuendnis mit den makedonischen Besatzern unter Antigonos II. treibt ,um sich gegen die militaerische Uebermacht Spartas behaupten zu koennen.

Im Kleomenischen Krieg (227 bis 221 v. Chr.) buesst der Achaische Bund seine Staerke und Bedeutung unter der Vorherrschaft der Makedoner zusehends ein. 225 kommt es zum offiziellen Buendnis der Achaier und Makedoner wobei die Makedoner die militaerische Fuehrung innehaben und Korinth erobern, die Spartaner unter Kleomenes muessen sich hinter den Isthmus zurueckziehen.

Im Jahre 224 auf der Bundesversammlung in Aegion kommt es zu einem allgemeinen Buendnis mit den Makedonern

221 schlaegt Antigonos II. Kleomenes im Juni in Sellasia vernichtend und Kleomenes muss nach Aegypten fluechten. Dort jedoch findet er nicht die erhoffte Unterstuetzung und geht nach einem gescheiterten Aufstand 219 in Alexandria in den Freitod. Die Makedoner besetzen Sparta, und zwingen die Stadt zum Beitritt. Die Achaier werden nun zu einem neuen Buendnis mit den Phokern, Boeoten, Epeiroten, Arkananern und Thessaliern unter makedonischer Hegemonie zusammengefasst.

Im Jahr 217 v. Chr. traten die Achaier, Aitoler und die Makedoner unter Philipp V. in einer Friedenskonferenz inNafpaktos (Lepanto) gegenueber Aegion zusammen. Agelaos von Nafpaktos draengte zum Friedensschluss, da aus dem Westen Gefahr drohe (Hannibal war in Italien eingefallen). So wurde zwar Frieden geschlossen, aber auch danach war von den Griechen niemand bereit gegenueber den anderen Konzessionen zu machen und so wurde es kennzeichnend fuer die naechsten siebzig Jahre, dass sich die Griechen an Rom wandten und dort Klage gegen die Feinde im eigenen Land zu erheben.

Nach einem letzten verzweifelten Kampf des Achaischen Bundes endete die Unabhaengigkeit Griechenlands mit der Zerstoerung von Korinth unter dem Konsul Mummius - aus Hellas wurde die roemische Provinz Makedonien mit Achaia.

Das Ende der griechischen Unabhaengigkeit

Im Jahre 146 v. Chr. werden die Stadt Aegion und die Region Achaia zusammen mit anderen Staedten, von den Roemern unterworfen, bewahren aber eine Art formeller Unabhaengigkeit und bleiben auch weiterhin Zentrum des Bundestaats. Im Jahr 23 n.Chr. verursacht ein gewaltiges Erdbeben grosse Zerstoerungen. In byzantinischer Zeit verfiel Aegion wie nahezu ganz Griechenland (abgesehen von den grossen Handelsstaedten Korinth, Patras, Thessaloniki usw.) in die Bedeutungslosigkeit, da sich alles politische Interesse, alle Macht, alle Kuenste und aller Glanz auf Byzanz / Konstantinopel richteten und das klassische Hellas mehr und mehr in Vergessenheit geriet. Mehr noch : die glanzvollen, stolzen Herrscher von Byzanz sahen sich als die wahren Griechen und verachteten die arme Landbevoelkerung der Hellenen.

Das einstmals grosse Athen sank zur voelligen Armut und Bedeutungslosigkeit herab.

 Die Stadt Aegion hiess nunmehr Bostitsa ( gesprochen "Vostitsa", vom tuerkischen "Bostas" = der Garten) und hatte als Hafenstadt auch auf Grund der guten strategischen Position am Golf seither viele Herren (Franzosen, Venetier, Navarrener) und war oftmals auch ein Geisel- Kauf- oder Tauschobjekt. Bis 1715 war die Stadt Aegion ein Zankapfel zwischen den Tuerken und Venezianern. Bis 1821 erfuhr die Stadt Aegion dennoch eine Periode relativer Ruhe und des Reichtums und unterhielt Schulen. Aegion war die erste Stadt, welche am 26. Maerz 1821 befreit wurde.

21. Maerz 1821: Der heilige Schwur im Kloster Agia Lavra bei Kalvryta in Aegialia auf der Peloponnes war der Beginn des Befreiungskrieges gegen die Osmanen.

Da das moderne Aegion genau die Stelle der antiken Stadt einnimmt, wurden bislang nur durch Notgrabungen die Gebaeudereste der praehistorischen Siedlung von Aegion im nordoestlichen Teil der heutigen Stadt entdeckt, und zwar insbesondere in der Umgebung der "Panagia ton Eisodion" und des sogenannten Felsens von Palaeoloutro. Hier wurde auch ein Teil der mykenischen Siedlung bei Kalithea entdeckt. Die Unterordnung Griechenlands unter die Roemer beeintraechtigte nicht wie anderswo die Physiognomie der Stadt. So ist u.a. zu erklaeren, dass sich in dieser Zeit luxurioese Privathaeuser mit Baedern und polychromen Mosaikboeden finden lassen. Reiche Landhaeuser mit Pressen und Brennoefen wurden auch an anderen Stellen in der Umgebung der antiken Stadt entdeckt.

Pausanias (Achaia VII 23,5-11: 24, 1-4) beschreibt das Aegion der Antike folgendermassen:

"In Aigion gab es ein Heiligtum der Geburtsgoettin Eileithya mit einer Akrolithstatue, deren Rumpf aus Holz und deren Kopf und Gliedmassen aus Marmor bestanden. Die Statue der Goettin ist auf kaiserzeitlichen Muenzen wiedergegeben und wird fuer ein Werk des beruehmten messenischen Bildhauers Damophon gehalten. Daneben existiert ein Heiligtum des Asklepios mit Statuen desselben und der Hygieia, die ebenfalls auf Muenzen dargestellt sind und die Werke des Damophon waren. Ferner gab es einen Athena-Tempel mit zwei Statuen, einen Hain der Hera, deren Statue nur die Priesterin sehen durfte, ein Heiligtum des Dionysos in der Naehe des Theaters, ein Temenos des Zeus Soter auf der Agora mit zwei Bronzestatuen und in geringem Abstand die ebenfalls bronzenen Statuen des Poseidon, des Herakles, des Zeus und der Athena, die vielleicht Fluechtlinge aus Argos gebracht hatten, einen Tempel des Apollon und der Artemis, deren Statue wiederum auf Muenzen abgebildet ist, und schliesslich war noch das Grabmal des Tathybios vorhanden, eines Herolds des Agamemnon waehrend des Trojanischen Krieges.(!)

An der Kueste befand sich ein Tempel der Aphrodite mit einer Statue, die diese nackt zeigt, wie sie auf Muenzen wiedergegeben ist, ein Heiligtum des Poseidon, ein weiteres Heiligtum der Kore sowie auch das beruehmte Heiligtum des Homarios oder Zeus Homagyrios (hamogyris = Versammlung), in dem die Versammlungen stattfanden. In der Naehe befand sich das Heiligtum der Demeter Panachaia und an anderer Stelle der antiken Stadt das Heiligtum der Goettin Soteria."

Quellen:

Kulturministerium Athen 2004 - Dr. Lazaros Kolonas ISBN 960-214-371-1 (erhaeltlich auch im Archaeologischen Museum in Aegion) - Zur Geschichte der Provinz Achaia:

www.meyers-konversationslexikon.de Suchwort: Achaia Homers Ilias online: www.digbib.org

Heinrich Schliemann in Orchomenos: https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/schliemann1881

Heinrich Schliemann in Tyrins: https://digi.ub

Empfehlenswerte websites zur Archaeologie in Griechenland:

www.culture.gr * https://viamus.uni-goettingen.de * www.cvaonline.org * www.stoa.org/metis

Interaktive Karte zu Ausgrabungsstaetten in Griechenland:

https://odysseus.culture.gr/map/CulturalMap_en/cultural_map_en.htm


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