Die Peloponnes

GRIECHENLAND  PELOPONNES 

Die Peloponnes ist eine Halbinsel im Süden des griechischen Festlands 

Die größte Stadt der Peloponnes  ist heute die Hafenstadt Patras (215.300 Einwohner) in Aegialia im Nordosten der Peloponnes.  Historisch am bedeutendsten sind  Korinth im Osten am Isthmus ( Kanal von Korinth ) gelegen, das antike Sparta und Nemea im Süden und Olympia im Westen der Peloponnes, Heimstatt der Olympischen Spiele ( zuletzt 2004 ).

Die Bezeichnung  Peloponnes ist von der mythologischen Gestalt Pelops hergeleitet

Der zweite Teil des Namens Peloponnes ist das griechische Wort für "Insel" . Wörtlich bedeutet der Name also  "Insel des Pelops". Vom griechischen Festland ist die Halbinsel Peloponnes über eine Landenge von etwa 6 Kilometer Breite, den sogenannten " Isthmus von Korinth", zu erreichen, der 1893 durch den Kanal von Korinth durchbrochen wurde. Seit 2004 ist die Peloponnes auch im Nordosten durch die 2,2 km lange Rio-Antirio-Brücke bei Patras mit dem Festland verbunden.

Landschaftlich besteht auf der Peloponnes ein reizvoller Kontrast zwischen den eindrucksvollen, unbewohnten Gebirgen ( bis über 2400 m hoch ) und den fruchtbaren und dichter besiedelten Tallandschaften am Meer und an den Küsten des Golf von Korinth

Die Peloponnes war ursprünglich eine Insel...

...wurde jedoch im Laufe der Jahrtausende  durch die Verschiebung der Afrikanischen Platte und der Arabischen Platte an das  europäische Festland näher herangedrückt. In der Zentralpeloponnes ringsum Arkadien ist das bis 1900 m hohe Bergland noch heute schwer zugänglich und teilweise gekennzeichnet von abflusslosen Becken , in denen Seen entstanden wie der verlandete Stymphalische See ( Stymphalia ).


 Es gibt auf der Peloponnes weder  Hotelburgen noch überfüllte Strände.

Man muss die Halbinsel im Süden Griechenlands Stück für Stück entdecken und mit allen Sinnen erleben - denn jede Region, jeder Strand überrascht das Auge des Reisenden aufs Neue

Der Blick wandert über die alten Olivenhaine, aus denen schwarze Zypressensäulen herausragen, bis hinauf zu schneebedeckten Gipfeln. Zwischen den herben Kontrasten der Landschaft entdeckt man eine mediterrane Sanftheit - in den geschützten Schluchten duften die  Orangenbäume, in der Ferne ergoss sich über dem weiten Meer das strahlende Blau des griechischen Himmels

Der Peloponnes ist eine ganz besonderes Reiseziel. Nichts erinnert hier an die üblichen mediterranen Tourismussünden, an die sich unsere Augen nie gewöhnen wollen. Es gibt keine Hotelburgen oder teure, überfüllte Strände, das Meer ist hier jederzeit und überall für jeden frei zugänglich, und zwar rund um die Uhr.

Man muss die Peloponnes nicht erobern, selbst auf ihren  labyrinthischen Abwegen präsentiert sie sich mit Gastlichkeit, Ursprünglichkeit und Unschuld offen und freundlich jedem Gast und Reisenden.

Man sollte ihn mit Geduld und freien Sinnen "bereisen", und jeder noch so unscheinbare Weg , jedes Tal und jede Bucht überrascht mit einem Schatz: ein kleiner Wasserfall; eine  byzantinische Kapelle mit  verwaschenen Fresken; eine Bucht mit einer jederzeit frische regionale  Köslichkeiten servierenden Taverne,  eine grüne Hochebene mit Schafherden und winzigen Dörfern . Die Peloponnes verwandelt den Touristen zum aufmerksamen Reisenden, zum geduldigen Entdecker machmal geradezu wundersamer Schätze.

Die meisten Reisenden kommen auf der Peloponnes mit der modernen Autofähre in Patras an.

Viele Besucher meiden die  drittgrößte Stadt Griechenlands, dabei ist sie eine durchaus  lässige mediterrane  Metropole mit internationalen Studenten und einer locker-adriatischen Grundstimmung.

Das Kastell von Patras bietet einen sehr schönen Blick über Stadt und den Golf von Patras bis hinüber nach Nafpaktos auf dem Festland.  Das renovierte römische Odeon-Theater ist voller imaginativer Kraft, die Ikonen in der  Agios-Andreas-Kathedrale erzählen vom Martyrium des Apostels. Es ist eine Freude, durch die verwinkelten Gassen  zu flanieren, wo es noch ein türkisches Hamam gibt, prächtige Villen und Jugendstil-Paläste. Die kunstvollen Brunnen und das Apollon-Theater an der zentralen Platia Georgiou verströmen die freie und großzügige Atmosphäre einer internationalen Hafenstadt..

Fährt man die teils vierspurige E 55 in Richtung Süden , so finden sich nahe  der Straße Klöster, fränkische Festungen, mykenische Gräber und ein Häfenstädtchen wie Zacharo, etwa 100 Kilometer südlich von Patras gelegen; seltsam plump, laut und staubig. Der Strand von Zacharo ist weit und flach und zeichnet sich durch bernsteinbraunen Sand aus, der in eine mächtige Dünenlandschaft übergeht mit einem fast endlosen Pinienwald. Das Ionische Meer rollt  in hohen Wellen an und schafft eine dunstig-prickelnde Atmosphäre. Man findet eine urige Hähnchenbraterei, in der sich nach und nach,  vom  Bürgermeister über den süffelnden Popen bis hin zum  hungrigen Fremden  jedermann  gestenreich Gehör verschafft.

Irgendwann verliert sich beim Entdecken und Geniessen das Gefühl für Zeit und Raum.

Der fremde Gast ist gefangen von täglich neuen Eindrücken: der Nestor-Palast, die türkis leuchtende Bucht bei Navarino; die Festung von Methoni, wo im 16. Jahrhundert der Autor Cervantes in Haft gesessen sein soll; eine  morgendliche Exkursion mit einemLangustenfischer von ; das Klarinettenspiel eines arkadischen Schäfers;  Höhlentauchen in der Katafigi-Bucht , das heilige Picknick vor der kleinen byzantinischen Bergkapelle oberhalb Kardamilis.

Einer der Höhepunkte einer  Peleponnes-Reise ist vielleicht auch die Fahrt zum zweitsüdlichsten Festlandspunkt Europas, zum Kap Matapan. Hinter Areopolis führt eine  Asphaltstraße in eine weltabgewandte Region aus Felsenbuchten, tiefblauem  Meer, gleissendem Licht, Eine eigene kleine Welt aus Gestein, Felsgeröll,, Dornenbüschen, und wilden Bergpyramiden in urzeitlicher Einsamkeit.

Das nahe Monemvassia ist geradezu ein  Überfluss an  fränkisch-byzantinischem Mittelalter, Romantik in Reinkultur, historische Baukunst mit aufwendigen Villen und Palästen, mit schmalen, verwinkelten Kopfsteinpflastergassen und manchmal auch etwas kitschig-idyllischen, überdekorierten Ecken, geschaffen , den Touristen einzufangen. Belebt wird diese wunderliche Welt durch das kosmopolitische Ambiente mancher eher teurer als "edler" Gourmet-Restaurants. Aber naturgemäss finden sich auch gemütliche Tavernen mit Meeresblick und schicker Vinotheken. Reeder, Filmleute, Schriftsteller, Musiker und "normale" Reisende und Touristen geben sich hier an den Wochenenden ein Stelldichein, genauso schön wie überall auf der Peloponnes, nur ein bisschen luxuriöser. (Die Welt,  2010)

Zu allen  historischen Stätten der Peloponnes finden Sie ausführliche und auch aktuelle Informationen auf den folgenden Seiten.

Die Peloponnes  ist mehr als doppelt so groß wiedie Insel  Kreta. Hier findet fast jeder seinen Lieblingsplatz auf dem Land oder am Strand. Ein  langer Sandstrand säumt die gesamte Westküste der Peloponnes, idyllische Badebuchten verstecken sich vor Bergen nahezu so hoch wie die Alpen. Die Geschichte ist allgegenwärtig, von den Tempeln im antiken Olympia bis hin zu venezianischen Burgen direkt am Meer nahe Pylos, Pirgos und Methoni. Grüne Täler und wilde Schluchten laden zum Wandern ein, schöne Städtchen zum Shoppen und Flanieren. Orangen- und Olivenhaine bedecken weite Ebenen, duftende Pinienwälder säumen vogelreiche Seen und Lagunen. Und im Winter fährt man in den Bergen Ski!

Eine Reise über die Peloponnes ist eine Reise durch viele verschiedene Landschaften, die zudem von Jahreszeit zu Jahreszeit ihr Aussehen ändern. Die mehr als zweitausend Meter hohen Gebirge sind oft noch Anfang Mai schneebedeckt, wenn an den Küsten bereits das Badeleben beginnt. Hügel und Berge umschließen immer wieder neue Hochtäler und fruchtbare Ebenen, die wie in sich abgeschlossene Welten wirken und oft eine jahrtausendealte, an Tempel- und Palastresten noch sichtbare Geschichte haben. Lange Sandstrände, einsame Dünenstreifen und eindrucksvolle Steilküsten säumen das Ionische Meer und die Ägäis.

Die Peloponnes ist weitgehend ländlich geprägt. In der Árgolis, der Region um Nauplia und Mykene, bilden Millionen von Orangen- und Zitronenbäumen eine mediterrane Vegetation. Messenien im Südwesten gleicht hingegen einem unendlichen Olivenhain. In den breiten Küstenebenen im Nordwesten werden Tomaten und Erdnüsse angebaut. Überall im Flachland wachsen Trauben für Wein, Korinthen und Sultaninen. Künstliche Bewässerung macht vielerorts die Landwirtschaft lohnend, sodass - anders als in anderen Regionen Griechenlands - vielerorts auch die jungen Leute in ihren Heimatdörfern bleiben können.

Das prägt auch das Leben in den Dörfern und Kleinstädten. Die traditionellen Kaffeehäuser sind an jedem Vormittag und frühen Abend gut besucht. Für die Jugend gibt es selbst in kleinen Orten moderne Cafés und Bars, in denen sie sich getrennt von den Alten bei eisgekühltem café frappé und internationalem Sound treffen. Alte Leute ziehen morgens noch immer mit Maultier und drei Ziegen vom Dorf aufs Feld und mittags zurück, während ihre Enkel vielleicht in Patras oder Trípoli studieren oder in den Küstenhotels Geld verdienen. Nicht alle jungen Männer, die man in den Dörfern sieht, sind Griechen: Hunderttausende Albaner und andere Osteuropäer, Pakistaner und Schwarzafrikaner verdingen sich auf dem Peloponnes als Land- oder Bauarbeiter.

Nur drei Städte auf dem von mehr als 1 Mio. Menschen besiedelten Peloponnes haben mehr als 40000 Bewohner: Kalamáta im Süden, Patras, die mit 164000Ew. größte Stadt der Peloponnes, und Korinth an der Nordküste. Schwerindustrie oder umweltbelastende Betriebe gibt es praktisch nirgends.

Patras und Korinth sind die beiden wichtigsten Eingangstore: Patras als Hafen für die moderne Italienfähren nach Ancona  (Superfast Ferries) , Korinth als die Stadt am Kanal, über den eine Eisenbahn- und vier Straßenbrücken ins achtzig Kilometer entfernte Athen führen. Der Kanal durchschneidet seit 1893 den nur 5600 m schmalen Isthmus, der bis dahin den Peloponnes als Landbrücke mit dem griechischen Festland verband. Der Kanal hat den Peloponnes zur Insel gemacht. Als solche empfanden ihn freilich schon die Menschen der Antike: Sein Name bedeutet Insel des Pelops. Mythologie und Geschichte sind auf dem Peloponnes allgegenwärtig.

Auch die bedeutendste Burg des frühen Griechenlands, Mykene, liegt auf der Peloponnes. Die mykenische Kultur prägte ganz Hellas zwischen 1580 und 1100v. Chr. Viele der mythischen Figuren, die wir aus den Tragödien der drei großen Athener Theaterdichter Aischylos, Euripides und Sophokles kennen, waren Herrscher in Mykene. Als Nachkommen des Pelops, dessen Geschlecht wegen eines Königsmords in Olympia unter einem bösen Fluch stand, wurden sie zu Figuren antiker Geschichten: z.B. Atreus, der die Kinder des Thyestes schlachtete, um sie ihm anschließend zum Versöhnungsmahl vorzusetzen.

Einige antike Tragödien werden in der Nähe Mykenes im Sommer im antiken Theater von Epidauros aufgeführt. Solch ein Theaterabend unterm Sternenhimmel wird zum unvergesslichen Erlebnis. Immer wieder schweift der Blick über Orchestra und Bühne weit in die wie Seelenbalsam wirkende Landschaft hinaus, und dazu hört man als Begleitmusik die Zikaden.

Die Geschichte der Peloponnes war von kriegerischen Auseinandersetzungen geprägt. Jahrhundertelang bestimmte der Gegensatz zwischen dem aristokratischen Sparta und dem demokratischen Athen die Geschicke des klassischen Hellas. Die Habgier Venedigs sorgte 1204 dafür, dass das Byzantinische Reich zerfiel. Die folgenden zweieinhalb Jahrhunderte standen im Zeichen byzantinischer Rückeroberung der Peloponnes. Nach dem Fall Konstantinopels 1453 und der Eroberung Griechenlands durch die Türken wurde das Osmanische Reich zum neuen Widersacher Venedigs auf der Insel des Pelops. Von Venedig und Byzanz zeugen noch zahlreiche Bauwerke. Neben vereinzelten Burgen, Kirchen und Klöstern sind es zwei Stadtensembles, deren Besuch Höhepunkte jeder Peloponnesrundreise sind: Mistrás und Monemvassía.

Die entlegensten  Ferienunterkünfte der Peloponnes stehen sicherlich  in der im Sommer sonnenverbrannten, einsamen Máni auf dem mittleren seiner drei großen Finger. Die Máni, vom 2400 m hohen Taigéttosgebirge gegen den übrigen Peloponnes abgeriegelt, gilt als steinigste und wasserärmste Region Griechenlands. Rau wie die Landschaft waren hier bis vor Kurzem auch die Sitten. Die Manioten hielten alle Türken aus ihrer Heimat fern; sie waren wesentlich an der Befreiung Griechenlands beteiligt. Aber auch untereinander lagen sie häufig im Streit. Von ihren turmartigen Familienburgen aus beschossen sich Nachbarn über nur wenige Meter Entfernung wegen nichtiger Anlässe. Heute kann man als Urlauber in manchen von ihnen wohnen, ist dort aber vom Rest der Welt noch weitgehend isoliert. Die Mani ist immer noch karg und abweiseid - ein Eldorado für Solipsisten und Misanthropen.

Eine touristisch gottlob noch wenig erschlossene, grüne und fruchtbare Region auf der Peloponnes ist die Weinbauregion Aegialia in Achaia unweit Patras und Korinth. Hier werden an den dem Golf zugewandten Nordhängen nahe Aegion die besten Weissweine Griechenlands erzeugt (Oenoforos Rouvalis - Asprolithi), es gibt grüne Weinberge, Olivenhaine und saubere Strände mit blauen Flaggen und keinen Touristenzustrom, was sich sehr positiv auf die Preise als auch auf die hervorragende Qualität der einheimischen Küche auswirkt. Die traditionellen Tavernen in Platanos nahe Diakofto oder Psathopyrgos zwischen Patras und Aegion liegen direkt am Meer und bieten beste griechische Küche ganzjährig. Ab Diakofto führt die berühmte Zahnradbahn hinauf in die Berge nach Kalavryta - ein unvergesslicher Ausflug.

Nauplia ist zusammen mit seinem Nachbarort Toló eines der großen, im Sommer regelrecht überlaufenen Touristenzentren auf der Peloponnes, der sonst für Pauschalurlauber noch wenig erschlossen ist. Eine Rolle in diesem Geschäft spielen wegen ihrer Nähe zu den Flughäfen von Athen und Áraxos nur die argolische Halbinsel mit Portohéli und Ermióni sowie der äußerste Nordwesten zwischen Patras und Loutrá Killínis. Davon abgesehen ist die Peloponnes Urlaubsziel von Studienreisenden und Individualurlaubern. Die Schönheit der Küsten verlockt viele, die Peloponnes zu umfahren und nur die berühmtesten Stätten im Landesinnern zu besuchen. Das aber ist ein Fehler! Die ganze Schönheit dieser südgriechischen Landschaft entdecken nur jene, die auch die Dörfer in den Bergen, unbekannte Kirchen, Klöster und Ausgrabungen abseits der Hauptrouten ansteuern.

www.larochevineuse.travel.blog 

 

Wieder nach Griechenland: Die Peloponnes nach dem Lockdown

Bei einem der ersten Charterflüge nach Griechenland seit Monaten freuen sich die Einheimischen auf dem Festland über Besucher, halten sich aber eng an die neuen Regeln

.Während des Lockdowns quälten uns die Visionen von Griechenland und insbesondere auf der südlichen Peloponnes . Es war das Leben draußen, die Strände, die Berge, das Zikadenzwitschern und die Tiropita, die uns lockten. 

Die erste Herausforderung bestand natürlich darin, wieder dorthin zu gelangen. Sofern Sie nicht der Vater des Premierministers sind, musste dies warten bis zum 15. Juli, als Griechenland begann, Direktflüge zu erlauben. Wir flogen am nächsten Tag mit dem ersten Charterflug - zur Insel Lemnos - und machten uns dann über Athen auf den Weg zum Peloponnes. Direktflüge nach Kalamata begannen erst wieder am 26. Juli.

Die Szene am Flughafen war ziemlich ruhig: Das Flugzeug war zu etwa zwei Dritteln voll, was ein wenig Abstand ermöglichte (wir hatten drei Sitzplätze zwischen zwei). Am griechischen Ziel fühlte es sich jedoch gut an, und das Flughafenpersonal freute sich sehr, uns zu sehen. Dann kam das ernste Geschäft. Besucher müssen vor Reiseantritt ein Online-Formular ausfüllen, und die Prüfung bei der Ankunft wird anhand der Antworten festgelegt.

Ungefähr die Hälfte von uns musste sich einem etwas unangenehmen Eingriff unterziehen, bei dem ein Rachenabstrich gemacht wurde. Jeder, der positiv getestet wurde, wäre innerhalb von 24 Stunden informiert worden und müsste dann 14 Tage lang in einem von der griechischen Regierung bezahlten Hotel isolieren. Griechenland beobachtet dies verständlicherweise sehr genau, da es bisher eine recht niedrige Infektionsrate verzeichnet hat.

Normalerweise hätte die Reiseleiterin 40 Leute pro Woche gehabt, aber auf diesem ersten Flug waren es weniger als 10.

Wir waren die ersten  Besucher seit einer Weile, die in unserem Übernachtungshotel in Athen übernachteten, und die Mitarbeiter und griechischen Kunden auf der Dachterrasse mit Blick auf den Parthenon an diesem Abend waren ebenso begeistert, uns zu begrüßen. Normalerweise ist in der Hochsaison ein Ort wie dieser ausgebucht.

Am nächsten Tag fuhren wir nach Süden auf den Peloponnes. Vor vierzehn Jahren, als meine Tochter geboren wurde, wäre dies eine viereinhalbstündige Reise gewesen, aber neue mautpflichtige Straßen haben sie auf drei reduziert. Zugegeben, es ist nicht ganz so atemberaubend, aber es ist immer noch eine spektakuläre Fahrt durch die Berge, vorbei an einigen der besten historischen Stätten Griechenlands - Korinth (wir haben am Kanal angehalten, da es dort die besten Souvlaki am Straßenrand gibt). Die Ruinen von Mykene, das Stadion von Nemea  blitzten zwischen den Zypressen und den Olivenhainen auf.

Wir fuhren zu einer abgelegenen Villa, in der Nähe von  Petalidi, am westlichen Rand des Peloponnes. Dies war ein ausgezeichneter Urlaubsort gewesen mit einem Pool mit Blick auf die Berge der Mani gegenüber. Tatsächlich ist es eines der Dinge, die diese Gegend so besonders machen: Selbst in geschäftigen Zeiten zieht diese Ecke "anspruchsvolle" griechische und ausländische Touristen an, die das ländliche Griechenland gut kennen. Das ist nicht kompliziert, wie immer geht es um die Lage und ein bisschen Sorgfalt mit den Details. Unsere Villa war einfach, aber gut gepflegt und die Aussicht war atemeraubend.

Es gab auch ein hervorragendes Essen in einer örtlichen Taverne. Überall sonst wäre dies wahrscheinlich ein unscheinbarer Ort am Strand gewesen; hier war es in einem touristischen Bergdorf. Wir fuhren fast daran vorbei, als wir die Kirche betrachteten, aber die Taverne selbst war ein altes Steingebäude mit etwa fünf Tischen auf der mit Platanen bewachsenen Terrasse. Es gab keine Menüs und als wir zum Mittagessen fertig waren, wurden wir in die Küche geführt, um zu sehen, was gekocht wurde und um unsere Wahl zu treffen. Soutzoukakia (Fleischbällchen in Sauce), langsam gekochtes Rindfleisch (das mit einem Löffel auseinander genommen wurde) und Gigantes-Bohnen sind ziemlich normale griechische Gerichte. Hier war es einfach aber super.

Kardamyli, an der Küste des mittleren Peloponnesfingers gegenüber, ist etwas raffinierter, und wir machten uns nach ein paar Tagen auf den Weg dorthin, um  in einem Hotel im Zentrum des Dorfes zu übernachten . Wir haben auch in Kardamyli gelebt, so dass die Überfahrt viele Erinnerungen weckte. Das Dorf hat einen gewissen Ruf bei Schriftstellern und Künstlern. Es ist nicht schwer zu verstehen warum. Trotz der Entwicklung in den letzten 20 Jahren sind alle Gebäude traditionell schön, und dahinter ragen die Taigetos-Berge über das Meer. Es gibt ein paar modernere Läden als vor 10 Jahren (Oliven und Wein), aber die enge Hauptstraße führt immer noch direkt durch das Dorf, was zu lustigen kleinen Staus führt, und die mit Obst und Gemüse angehäuften Vans bewerben immer noch  ihre Waren mit einem brüllenden Lautsprecher.


Denia, eine alte Freundin, ist sehr stolz auf ihr Reisebüro, ein Familienunternehmen, das 1974 in Kalamata gegründet wurde. Sie hatte das Büro vor ein paar Wochen wiedereröffnet, sagte aber, dass es in einer normalen Saison ab Mai geöffnet gewesen wäre. Im Juli ist das Dorf besonders ruhig, aber es gab ein paar europäische Touristen hier, und die Einheimischen, die sich auf ihr Geschäft verlassen, um zu überleben, sind spürbar erleichtert.  Der alte Mann hinter der Theke starrte uns an und verkündete dann: "Du bist mein erster Kunde am ersten Tag meiner neuen Saison."

Obwohl  Touristen dünn gesät waren, trafen wir eine Familie am Schwimmsteg des Dorfes, die vor einiger Zeit eine Privatvermietung gebucht hatte, deren Flüge dann jedoch abgesagt wurden. Anstatt aufzugeben, schafften sie eine Lösung, flogen über Amsterdam und fuhren dann wie wir von Athen aus. Sie freuten sich, im Dorf zu sein, und ich war ziemlich stolz darauf, Pionier der "griechischen Rückkehrer" zu sein.

Cake hat in Androuvista, wo die gleichnamige Besitzerin und ihr Bruder Masken tragen, eine Art Sanitärstation eingerichtet, das sie mit religiösem Zauber "desinfiziert" haben. Der Laden auf der Straße wird von einem englischen Ehepaar geführt, das seit 16 Jahren hier ist. Sie vertrauten uns an, dass der Lockdown, der hier viel strenger als im übrigen Europa durchgesetzt wurde, beängstigend gewesen war, aber sie gewöhnten sich langsam daran, wieder draußen zu sein, und hofften auf den Rest der Saison. Der traurigste Verlust für Kardamyli war die Absage des International Jazz Festival, das normalerweise im Mai stattfindet.

Später an diesem Tag fuhren wir nach Süden zu den Sandstränden von Stoupa. Lebhafter als Kardamyli aber mit nur wenigen  Ausländern war es für die Jahreszeit immer noch ruhig. Wir haben unsere Freunde besucht - dies ist definitiv der Strand, an dem  Zorba getanzt hat, obwohl der Roman und der Film auf Kreta spielen. Sie sagten, der Handel belebe sich langsam und sie würden eine Gruppe niederländischer Touristen beherbergen.

Die Landschaft der Mani  verführt zu  Erkundungen, und Wandern ist eine großartige Möglichkeit, dies zu tun. Kardamyli ist die Basis für Reisegruppen namens "2407" , ein Hinweis auf die Höhe des höchsten Gipfels des Peloponnes in Metern, der vom Dorf aus leicht zu sehen ist. Sie bieten Ratschläge und eine Reihe von Ausflügen an, aber der Juli ist es zu heiß zum Wandern. Deshalb fuhren wir in die Berge  nur 560 Meter über den Stränden, aber eine Welt entfernt.

Das bemerkenswerte kleine Bergdorf hatte mindestens neun Kirchen, die ältesten 1000 Jahre alt, mit Fresken aus dem 13. Jahrhundert, die kürzlich restauriert wurden. Viel moderner, obwohl man es nicht erraten würden, ist das Turmhaus aus dem 19. Jahrhundert - eine Mini-Burg, die zur Verteidigung des örtlichen Clans gebaut wurde. Es wurde auch restauriert und nach 20  Jahren konnte ich endlich seine überraschende Anzahl von Stockwerken erkunden. Wir aßen in der einfachen Taverne nebenan, begleitet von ein paar alten Griechen und bedient vom Enkel des Kochs.

Griechisches Essen ist oft  ländlich und unkompliziert, aber das heißt nicht, dass es nicht spektakulär sein kann. Vor allem Meeresfrüchte sind in Kardamyli einen Versuch wert, und es gibt viele Möglichkeiten. Diese Taverne war eine neue Entdeckung für mich, aber ich kannte den Ort direkt an einer Mini-Badeplattform mit Sonnenuntergängen wie ein Traum. 

Kardamyli hat zwar einen herrlichen Kieselstrand im Norden, aber in der Stadt vor den Betonkais zu schwimmen ist eine Freude (Foto oben), besonders nachdem man davon geträumt hatte endlich wieder hier auf der Peloponnes zu sein.

 In der Taverne müssen Sie die Menüs  - wie in Griechenland üblich - einfach ignorieren und sich ansehen, was sich im Kühlschrank findet  oder auf dem Herd in den Töpfen schmort und köchelt. Wir entschieden uns für einen Fagri , ein Fisch, der einfach nur mit Öl und Zitrone gegrillt wurde, plus Tintenfisch, Taramosalata (nicht die leuchtend rosa Sorte, an die Sie vielleicht denken) und der immer frische und unvermeidliche Marouli (nur grüner Salat und Oliven in Öl mit einer frischen Zitrone). Die Taverne war nicht voll, die Angestellten trugen Masken, aber es war dennoch genau das Griechenland, das ich so lange vermisst hatte.  ( P.L. Juli 2020)